Wie viele Milliarden sind den Superreichen eine besondere Ehre wert?

 

In den letzten Tagen wird viel über die Möglichkeit diskutiert, besonders reiche Menschen dazu zu bewegen, zumindest jenen Zuwachs an Reichtum, den sie als Krisengewinn seit dem Jahre 2007 erfahren haben, rückzuerstatten und damit einen wesentlichen Beitrag zur Sanierung der Staaten beizutragen.

 

Es wäre interessant, diese finanzmächtigen Personen dafür zu gewinnen, in einem Paket die Haftung für Bankenausfälle, insbesondere auch zum Schutz von Sparbüchern anstelle des Staates zu übernehmen und ihn damit zu entlasten. Seit dem 1.1.2010 haftet der österreichische Staat aufgrund einer Garantierklärung für Guthaben auf Sparbüchern, Giro‑ und Festgeldkonten bis zu einer Grenze von EUR 100.000,00 je Person und Bankinstitut. Die Superreichen könnten anstelle des Staates diese Garantie übernehmen. Sie müssten ebenso wenig ihr Geld aus der Hand geben und es nur für den Ernstfall bereithalten. Der Effekt eines solchen freiwilligen Rettungsschirmes wäre eine mehrfacher:

 

1.         Sparer würden sich sicher fühlen und ihre Angst verlieren, Geld in den Banken zu belassen.

 

 2.        Die Banken würden kein Geld an ängstliche Sparer verlieren, die Bargeld lieber zuhause und im Polster einnähen.

 

 3.        Das Vertrauen zur österreichischen Wirtschaft und zum österreichischen Bankwesen würde angehoben werden.

 

 4.        Schließlich würde sich eine solche Aktion nicht nur auf die Börsenkurse, sondern auch auf das Kaufverhalten der Konsumenten auswirken.

 

 5.        Für die Superreichen wäre ein derartiges Engagement mit einer besonderen Ehre versehen. Abgehoben von den übrigen europäischen Staaten könnten die österreichischen Garanten für sich in Anspruch nehmen, besonders sozial zu agieren, und möglicherweise einen vielleicht dafür geschaffenen European Social Award für sich in Anspruch nehmen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass eine solche Ehrung einzelnen Superreichen mehr wert ist, als das Bargeld, das in ihren Safes oder sonst wo herumkugelt.

 

In diesem Zusammenhang wäre es auch denkbar, dass Rating-Agenturen dieses Phänomen wahrnehmen und im Hinblick darauf eine höhere Bewertung der Staatsbonität in Erwägung ziehen, wird doch das Staatsbudget tatsächlich finanziell entlastet. Eine solche Aktion wäre weltweit einzigartig und würde die Scheinwerfer auf unsere reichen Spender werfen.

 


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